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Elisabeth Bereznicki


Die Aporien einer Kaffeetasse
 
 (...) Elisabeth Bereznickis Malerei kreist im besten Wortsinne
schon seit einigen Jahren um dieses scheinbar belanglose Relikt unserer alltäglichen Verrichtungen: Als zusammen-
gewürfeltes Kluster, als hingeworfener Haufen, als wohl geordnetes Arrangement, auch zu zweit oder alleine frei schwebend, ist die Tasse das Ding, um das ihre Malerei sich dreht. In der Regel zentral oder gar bildbeherrschend ist das schlichte Küchenutensil zu präsent, um als Bildgegenstand nicht ernst genommen zu werden und möchte doch gerade als das, was sie ist, nicht wahrgenommen werden. Die Tassen bilden hier also zuerst ein „ pièce de résistance ” der realen Welt in einem malerischen System, das vor allem abstrakt und ornamental argumentiert. Die allem Anschein nach handelsüblichen, porzellan- oder steingutgrauen Objekte tun das, was man von ihnen erwartet: sie bilden Raum, entwickeln Volumen, behaupten malerische Illusion. Strich für Strich, Nuance für Nuance delektiert sich die Malerei am Gegenstand und an der Sinnlichkeit der Farbe. Dass das dabei gewonnene Resultat nun mit der Abbildung des Realen, mit dem alltäglichen Gegenstand nicht mehr viel gemein hat, überrascht nur den, der von Malerei überschaubare Konzepte und einfache Lösung erwartet. (...)

Martin Engler, Juli 2002

 

zur Biographie von Elisabeth Bereznicki